Seemann, lass das Träumen . . .

        

 

Noch immer bin ich Seemann mit Herz und Seele. Mit kurzer Unterbrechung fuhr ich von 1963 bis 1994 insgesamt 31 Jahre zur See.

 

Meine ersten Reisen auf Schiffen der Bugsier Reederei, Hamburg, führten mich anfangs nach England und Irland, später dann um Afrika herum und bis nach Brasilien, bevor ich 1966 meinen Matrosenbrief erwarb.

 

Bei der selben Reederei fuhr ich dann auch auf Bergungsschleppern bis ins Mittelmeer und war bei vielen Einsätzen mit Bohrinseln hauptsächlich in der Nordsee dabei. Unter anderem hatten wir mehrmals auch die Bohrinsel „MR. LOUIE“ auf dem Haken – die ab 1964 erste der vielen Bohrinseln in der Nordsee überhaupt.

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Mr._Louie

 

Ein besonderes Erlebnis war für mich auch 1968 die Bergung der nach einer Kollision vor Cowes, Isle of Wight, in Brand geratenen ostdeutschen MS „SAALE“, zusammen mit dem Bergungsschlepper „SEEFALKE“. 

 

BMS „SEEFALKE“ liegt jetzt im Bremerhavener Schifffahrtsmuseum.

 

https://www.youtube.com/watch?v=hnvyL5yN7P8

 

Von 1970 – 1971 arbeitete ich zwischenzeitlich "an Land" zuerst im Werkzeugbau und dann als Kraftfahrer bei der US Army in Berlin.

 

Wieder auf See fuhr ich auf Schiffen der Esso Tankschiffreederei, Hamburg, im Mittel- und Nordamerikanischen Raum, sowie vom Persischen Golf nach Indien, Afrika und Sydney / Australien.

 

Mein Patent zum Kapitän AK erwarb ich 1976 an der Fachschule für Seefahrt in Lübeck, mit Erweiterung für die Mittlere Fahrt (AK-Z) 1982 an der Seefahrtschule Grünendeich.

 

Danach fuhr ich weiter zur See, zuerst als Steuermann auf Küstenmotorschiffen und ab 1977 auf kleinen Tankschiffen in der Nord-und Ostsee und bis Island und drum herum.

 

Dabei überlebte ich, wie alle anderen auch, unbeschadet den Schiffsuntergang des Chemikalien Tankers „TARPENBEK“, Reederei Knöhr & Burchard, Hamburg, nach der Kollision mit dem Britischen Marinetender „SIR GERAINT", am frühen Morgen des 21.06.1979 im dichten Nebel östlich der Isle of Wight, "5.5 miles south-west Selsey Bill".

 

http://www.historicalrfa.org/rfa-sir-geraint-ships-Details

 

https://www.yumpu.com/en/document/view/7167893/sudoku-historical-rfa/15

 

Die letzten 16 Jahre meiner aktiven Seefahrt fuhr ich bis 1994 ausschließlich auf Chemikalien Tankern bei dieser Reederei in den Nordeuropäischen Seegebieten und dem gesamtem Mittelmeer Raum, einschließlich Schwarzes Meer. 

 

Ab 1983 erteilte mir die Reederei Knöhr & Burchard, Hamburg, dann das Kommando für ihre Schiffe als Kapitän. Anfänglich fand dies Kommando noch unter der Deutschen Flagge statt, ab 1984 aber - zwar weiter bei derselben Reederei - dann unter den fremden Flaggen von Zypern, Antigua & Babuda und schlussendlich Liberia.

 

Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Flotte an ein Zypriotisches Konsortium und dem damals beginnenden allgemeinen Niedergang der Seeschifffahrt unter Deutscher Flagge blieb ich ab 1994 endgültig an Land. Für mich war dies eine sehr schwere Entscheidung, die ich jedoch persönlich im Hinblick auf die damaligen Umstände nach wie vor für richtig halte.

 

Bis dahin war mein Laptop bereits seit vielen Jahren der einzige Computer an Bord gewesen. Deshalb wollte ich jetzt meine autodidaktisch erworbenen Kenntnisse in der EDV für eine Selbständigkeit an Land in Verbindung mit dem Schifffahrtsbereich nutzen. Dieser Versuch verlief für mich jedoch nicht wie erwünscht, denn keiner wollte damals die von mir angebotenen nur möglichen „kleinen Brötchen“ haben. Heute fährt kein Schiff mehr ohne EDV. 

 

Also ging ich Anfang 1995 für kurze Zeit zum Wasser- und Schiffahrtsamt Hamburg. Danach hätte ich mich beinahe zum Speditionskaufmann für Luftfracht umschulen lassen, konnte aber vorher ab Sommer 1996 als Besichtiger und Havariekommissar bei der Firma Kähler & Prinz, Hamburg, beginnen. 

 

Das war für mich zwar eine neue Tätigkeit, die aber in Kontakt mit der Seefahrt stand.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Havariekommissar

 

Später, 2001 wechselte ich als „Operator“ zur Firma Poseidon Schiffahrt, Hamburg, schied dort jedoch im Sommer 2002 wieder aus.

 

Seit September 2002 bis April 2014 arbeitete ich wieder als Havariekommissar und Transport Sachverständiger bei der Firma Alberts & Fabel, Hamburg, später Seevetal. 

 

Diese Tätigkeit fand hauptsächlich im Norddeutschen Raum statt, aber es gab es auch immer wieder Auslandseinsätze in fast allen Ländern Europas und sogar fernen Zielen wie Nord Afrika, Aserbeidschan, Indien, China, Korea.

 

Da ich seit November 2012 meine Regelaltersrente beziehe, wurde es langsam Zeit für mich etwas kürzer zu treten. Leider ließ sich das aber als angestellter Mitarbeiter auf die Dauer nicht realisieren, denn viele der Aufträge verlangten nach wie vor einen Einsatz von 100%+.

 

Deshalb entschied ich mich ab Mai 2014 nur noch selbstständig und im Umfang von ca. 50-60 % erst einmal für 3 Jahre im selben Umfeld weiter zu arbeiten. Seitdem kann man mich wie folgt direkt beauftragen:

 

Mobil: +49-(0)179-6763376

oder per E-Mail: hreckefuss@t-online.de

Weitere Kontaktmöglichkeiten bestehen über : https://www.xing.com/

 

Jetzt, im Juni 2017 kann ich auf diese ersten 3 Jahre der Selbständigkeit zurück blicken und möchte hier die Gelegenheit nutzen, allen für das mir entgegengebrachte große Vertrauen Dank zu sagen:

 

   -   den Transportversicherern und Versicherungsmaklern

   -   den Ladungseigentümern und Spediteuren

   -   den Terminals und Hafenbetrieben

   -   den Kolleginnen und Kollegen, sowie den vielen übrigen Kontakten der Branche

 

Außerdem darf ich verkünden, dass ich weiter mache, solange man mich braucht und es das Leben gestattet, also sicherlich noch etliche Jahre länger mit "Open End".

 

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Natürlich habe ich nicht die ganze Welt gesehen und von den vielen Ländern meist nur einen kleinen Teil der Küsten und das jeweils für kurze Zeit. Aber mein Weltbild hat sich im Laufe der Zeit dadurch doch erheblich verändert. Außerdem bin ich nach wie vor neugierig auf neue und alte Ziele auf unserem Globus.

 

Eines aber habe ich dabei auch noch gelernt:

 

Man ist real immer nur an einem Ort zur Zeit und dort sollte man versuchen sich dann entsprechend wohl zu fühlen. 

 

    

 

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